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Leihmaterial
- Artikelnummer
- eg1845
- ISMN
- M-2057-1498-7
Leihweise
Beschreibung
Zur Uraufführung am 19. Januar 2012 im Theater Erfurt durch das Philharmonische Orchester Erfurt u.L.v. Walter E. Gugerbauer. Solisten: Andión Fernández (Sopran), Reinbert Evers (Gitarre) und Matias de Oliveira Pinto (Violoncello):
„Jeffrey Ching – 1965 in einer spanisch-amerikanischen Kolonie auf den Philippinen als Sohn chinesisch-buddhistischer Eltern geboren – versteht sich in seiner musikalischen Arbeit als Wanderer zwischen den Kulturen. Die Stücke des Komponisten, der 2009 am Theater Erfurt den Zuschauerpreis für „Das Waisenkind“ bekam, sind gefüllt mit musikalischen Elementen jener Kulturen, die Jeffrey Ching beeinflussen. So ist auch das „Concerto da Camera“ in seinen zwei Sätzen gespickt mit chinesischer, spanischer, brasilianischer, aber auch litauischer Tonkultur. Hat man nun für jedes dieser Länder eine identifizierende Musik im Ohr, gestaltete sich für den ungeübten Konzertbesucher das Herausfinden als anspruchsvolle Aufgabe. Sowohl dem Streichorchester als auch den Solisten an Cello und Gitarre wurden besondere Aufgaben zuteil. Selten sieht man diese nämlich in die Schalllöcher ihrer Instrumente pusten, hört das gesamte Ensemble archaische Laute machen oder anstatt der Violine das Notenpult streichen. Bei aller möglichen musikalischen Ironie, die Jeffrey Ching sicherlich hier und da beabsichtigte, kam doch stets die Ernsthaftigkeit sowie sein virtuoses kompositorisches Vermögen zum Tragen. Durch Reißen an den Saiten verursachte Assoziationen mit China. Volksliedelemente, die Bilder von Dörfern an der Memel zaubern. Streicher, die auf ihren Instrumenten lateinamerikanische Rhythmen perkussionieren. Und immer wieder der bewusste Wink zu Bach: Kontrapunkt und Polyphonie in dissonanter und abstrakter Form. Ein Musikwissenschaftler hatte jedenfalls Spaß am Dechiffrieren. Ein Freund neuer Orchestermusik hatte diesen an der Agitation auf der Bühne und dem musikalischen Augenzwinkern des Schöpfers.“
Anne Martin, Thüringer Allgemeine Zeitung, 22. Januar 2012
