Werkangaben
- Kompositionsjahr
- 2008/20/21
Ausgaben
Kaufmaterial
- Artikelnummer
- eg2960
- ISMN
- 979-0-2057-2848-9
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Beschreibung
Der Komponist, Cellist und Musikpädagoge Franklin Cox, 1961 in Charleston/Illinois geboren, gehört zu jener Sorte Tonkünstlern, die allen postmodernen Relativierungen zum Trotz an der Idee des musikalischen Fortschritts festhalten und unbeirrt nach neuen Möglichkeiten kompositorisch-instrumentaler Art suchen. Konsequenterweise tendieren Cox' Kompositionen – vorwiegend Kammermusik – zu extremer Komplexität. Die jüngst beim Verlag Gravis erschienene 1. Klavieretüde Aer aus dem Zyklus „Transcendental Etudes for Piano" (im Querformat mit Spiralbindung) bietet die Probe aufs Exempel.
Im Attribut „transcendental" steckt ein klarer Hinweis auf Liszts „Études d'exécution transcendante", aber mehr noch auf Brian Ferneyhoughs „Etudes transcendentales", in denen die technischen Anforderungen für jedes Instrument des Kammerensembles in der avanciertesten Tonsprache des 20. Jahrhunderts auf die Spitze getrieben sind. Dem Willen zu einer die Grenzen des Spielbaren auslotenden Schreibweise begegnet man auch in Cox' Etüde auf Schritt und Tritt. Zwar besteht die 28 Takte lange Komposition lediglich aus lauter in schneller Gegenbewegung ablaufenden Zweiunddreißigstel-Figuren; von denen gleicht aber keine der anderen. Dass der Interpret an seine Grenzen geführt werden und diese am besten überschreiten soll, gehört freilich zum ästhetischen Programm der „New Complexity" genannten Richtung, zu deren führenden Vertretern Franklin Cox gehört. Wer sich Franklin Cox' Etüde, die noch ihrer Uraufführung harrt, vornehmen will, sollte also neben sehr flinken Fingern die Bereitschaft zur Grenzüberschreitung mitbringen. Wir sind schon auf das Ergebnis gespannt.
- Robert Nemecek, in: PIANONews 3-2023. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.
Extrem virtuose, kompositorisch komplexe zueitgenössische MUsik in der Tradition von Franz Liszts "Études d'execution transcendante", die den Gedanken der Etüde mit einer konsequent ausgearbeiteten zyklischen Anlage verbindet.
Die Etüden entfalten jeweils eine technisch-musikalische Problemstellung an einer einsätzigen Form entlang; sie sind als Abschnitte eines vierteiligen "Kernzyklus" konzipiert, der durch weitere Klavierstücke ergänzt werden kann.
Komplex notierte Texturen, in denen vielschichtige rhythmisch-metrische Ereignisverläufe übereinandergelegt und miteinander verschachtelt werden; differenzierte Pedal- und Artikulationsangaben ...
Der besondere Reiz der Etüden liget in ihrer vielseitigen Aufführbarkeit in Gestalt virtuoser EInzelstücke, als Bestandteile eines Zyklus mit vier ineinander übergehenden Abschnitten oder als Teile eines breiter ausgearbeiteten Kontexts.
- Stefan Drees, in: nmz 11/23, Seite 10. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.