Schönberg, Anrnold

Liebeslied

  • zur aufführbaren Fassung ergänzt von Lorenz Trottmann
  • completed into a performable version by Lorenz Trottmann
  • für Gesang, Streichtrio und Harmonium (Orgel/Akkordeon/Klavier)

Werkangaben

Editor
Trottmann, Lorenz
Kompositionsjahr
1917/2024

Ausgaben

  • Kaufmaterial

    Artikelnummer
    eg3256
    ISMN
    979-0-2057-3158-8
    €38.00inkl. MwSt., zzgl. Versand

Beschreibung

Anfang 1917 beginnt Arnold Schönberg erste Studien, die ihn schließlich zur Zwölftontechnik führen sollten. Wenige Monate später entsteht das „Liebeslied", dessen Komposition er aber kurz vor Fertigstellung abbricht, es fehlen nur noch wenige Takte der Instrumentalbegleitung. Dank aktueller Forschungsergebnisse der Schönberg-Gesamtausgabe konnte dessen spezielle Kompositionstechnik zwischen atonaler und zwölftöniger Phase entschlüsselt und die fehlenden Takte im Sinne der bestehenden Teile neu geschaffen werden. Dadurch gelang es nun, das Fragment zu einer aufführbaren Fassung zu ergänzen. Diese Ausgabe macht damit ein bisher unbeachtetes Originalwerk zugänglich, zeigt Schönberg in einer Phase des Suchens nach neuen kompositorischen Mitteln und erweitert Schönbergs Werkkanon für Stimme und Ensemble um ein hoch emotionales Opus.


Arnold Schönberg: Liebeslied (1917) für Gesang, Streichtrio und Harmonium (Orgel/Akkordeon/Klavier). Zur aufführbaren Fassung ergänzt von Lorenz Trottmann. Partitur. Edition Gravis eg 3256
Lorenz Trottmann macht hier mit einem unvollendeten Werk aus Arnold Schönbergs bedeutsamer Übergangsphase zwischen freier Atonalität und Zwölftontechnik bekannt, aus einer Zeit also, aus der nur wenig Abgeschlossenes des Komponisten überliefert ist. Der Herausgeber kann sich dabei auf ein vergleichsweise weit fortgeschrittenes Fragment von 1917 stützen, das 2016 im Rahmen der Gesamtausgabe (in Abteilung VI, Reihe B, Band 23, Teil 2) erschienen ist.
Dieses umfasst die vollständig ausgearbeitete Singstimme und Teile der Instrumentalparts. Trottmann dokumentiert und begründet in seinem umfangreichen Begleittext ausführlich und nachvollziehbar seine Vorgehensweise bei der Ergänzung zu dieser Spielfassung. Sie klingt durchaus authentisch und lebt von der aparten Färbung mit Harmonium, was die Möglichkeiten für eine Programmierung einschränkt, sofern man nicht auf ein Akkordeon oder eine Orgel ausweicht (Klavier wäre wohl nur eine Notlösung).
Die expressive Ausdeutung von Rilkes „Liebes-Lied" (so die Schreibweise des Dichters) zeigt eindrucksvoll, dass hier eine Vertonung mehr als naheliegt: „[…] Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, / nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, / der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. / Auf welches Instrument sind wir gespannt? / Und welcher Geiger hat uns in der Hand? / O süßes Lied."

Juan Martin Koch, in: nmz 10/26, S.8. Abdruck mit freundlicher Genehmigung.