Kroupova, Olga

* 1966

Oľga Kroupová (*1966) wurde in Bratislava geboren.

Ihr Kompositionsstudium absolvierte sie zunächst am Konservatorium in Bratislava bei Juraj Pospíšil und setzte es an der Hochschule für Musische Künste (VŠMU) bei Ivan Hrušovský und Miro Bázlik fort. Während dieser Zeit nahm sie an Kompositionskursen bei Gija Kantscheli und Louis Andriessen teil. Nach zwei Jahren wechselte sie an die Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest, wo sie bei József Soproni studierte und ihr Studium summa cum laude abschloss. Zu ihren weiteren Lehrern gehörten Emil Petrovics, Sándor Szokolay und Zoltán Pongrácz, bei dem sie sich auf elektronische Komposition spezialisierte und ein einjähriges Praktikum im Elektronischen Studio des Ungarischen Rundfunks absolvierte. An der Liszt-Akademie besuchte sie außerdem Kurse bei Clarence Barlow und Nikolaus A. Huber. Ihr postgraduales Kompositionsstudium schloss sie bei Martin Christoph Redel an der Hochschule für Musik in Detmold erfolgreich ab.

Seitdem lebt sie in Detmold und arbeitet dort als freischaffende Komponistin. Als freie Redakteurin arbeitet sie mit renommierten Verlagen und Institutionen wie Schott-Wega-Verlag, Bärenreiter-Verlag, Peters-Verlag, Marc Reift-Verlag, WDR, Eurobottega und der Schubert-Gesellschaft zusammen.

Ein besonderer Schwerpunkt ihres kompositorischen Schaffens liegt im Bereich der sinfonischen Musik. Ihre Werke wurden von zahlreichen renommierten Orchestern aufgeführt, darunter das NDR-Sinfonieorchester Hamburg mit „Bericht über den letzten Stand der Dinge“ unter der Leitung von Peter Ruzicka, das Raschèr Saxophone Orchestra mit „Anxieta“ für Saxophonorchester unter Bruce Weinberger, das Orchestre symphonique et lyrique de Nancy mit „Nachtträume“ unter Sebastian Lang-Lessing, die Magdeburgische Philharmonie mit „Bericht über den letzten Stand der Dinge“ unter Adrian Prabava sowie die Sächsische Philharmonie Chemnitz mit „Epheméra“ unter Fabrice Bollon.

Auch das Detmolder Kammerorchester brachte mehrere ihrer Werke zur Aufführung, darunter die „Sinfonietta“, „Introduzione, Cadenza e Finale“ für Violine und Orchester – mit Eckhard Fischer als Solisten und Alexander Sumski am Dirigentenpult – sowie „Gryllus musicalis“ unter der Leitung von Alfredo Perl. Weitere Aufführungen erfolgten durch das MÁV-Sinfonieorchester Budapest in Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Staatschor, die Hungarian Strings, das Philharmonische Orchester Ljubljana, das Symphonieorchester des Slowakischen Rundfunks in Bratislava sowie die Staatsphilharmonie Košice.

Mit ihrer Kammeroper „Katze mit Hut“ wurde die Komponistin Preisträgerin des Internationalen Kompositionswettbewerbs für (Kinder-)Kammeroper in Wien 2000, dessen künstlerischer Leiter Claudio Abbado war.

Ein ebenso wichtiger Stellenwert kommt ihrer Kammer- und Vokalmusik zu. Zu den Interpreten ihrer Werke zählen Künstlerpersönlichkeiten wie Milan Paľa, Jolana Fogašová, Ondrej Veselý, Ladislav Fantzowitz, Alfredo Perl, Eckhard Fischer, Caroline Thomas, Gerhild Romberger, Catalina Bertucci, Heike Porstein, Lars Woldt, Andreas Wolf, Andreas van Zoelen und Isabell Schau sowie Ensembles wie Tetraphonics, die Weimarer Werkstatt, Ensemble Horizonte und das Wiener Glasharmonika-Duo.

Aufführungen ihrer Werke führten sie in zahlreiche Länder Europas und Übersee, darunter in die USA, nach Kanada und Chile sowie nach Frankreich, Österreich, Deutschland, in die Schweiz, die Niederlande, nach Ungarn und Slowenien.

Mit „Gryllus musicalis“ wurde sie für die World New Music Days der International Society for Contemporary Music (ISCM) in Ljubljana 2015 nominiert und dort aufgeführt. Mit „Quintessenz“ war sie 2017 bei den ISCM World New Music Days in Vancouver vertreten.

„Quintessenz“, dem Violinvirtuosen Milan Paľa gewidmet, erschien in seiner Interpretation auf CD in der Edition Slovak Works (Pavlik Records, 2001). Im selben Jahr wurde auch ihr Gitarrenkonzert „Eo ipso“ beim Label Hevhetia auf CD veröffentlicht – mit Ondrej Veselý als Solisten, dem Dirigenten Marián Lejava und der Staatsphilharmonie Košice.

Im Rahmen des Festivals Týždeň Slovenskej súčasnej hudby (Woche der slowakischen zeitgenössischen Musik) 2022 in Bratislava wurde ihr Klavierkonzert „Concerto (s)fortunato“ in einer kongenialen Interpretation von Ladislav Fantzowitz, dem das Werk gewidmet ist, unter der Leitung von Marián Lejava mit dem Symphonieorchester des Slowakischen Rundfunks aufgeführt.

Im Jahr 2021 übernahm die Komponistin die vollständige Rekonstruktion, Instrumentation und Fertigstellung der „Missa solemnis Tyrnaviensis“ für Solisten, Chor und Orchester von Mikuláš Schneider-Trnavský. Die Uraufführung des rekonstruierten Werkes fand 2022 in der Basilika des heiligen Nikolaus in Trnava statt.

Auf Anregung des Enkels des Komponisten Hans Sommer instrumentierte sie dessen letztes Lied „Erinnerung“. Das Werk erschien posthum auf CD in einer herausragenden Interpretation von Mojca Erdmann und dem Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Guillermo García Calvo beim Label Pentatone (2022).

Im Rahmen des Festivals Mosaiken 2022 in Detmold wurde ihr Werk „Comments on Plath Poems“ für Oboe und Streichquartett uraufgeführt. Die Uraufführung erfolgte in herausragender Interpretation durch József Kiss, dem das Werk gewidmet ist.

2023 wurde „De profundis“ für vier Solostimmen und Streichquartett in der Interpretation des Kammerensembles ZOE unter der Leitung von Marián Lejava in der Franziskanerkirche in Bratislava uraufgeführt.

Als bislang bedeutendstes Werk gilt ihr „Requiem“ für Solisten, gemischten Chor und Orchester aus dem Jahr 2023, das noch auf seine Uraufführung wartet.

Die Werke der Komponistin erscheinen beim Berliner Verlag Edition Gravis.

2018 veröffentlichte Oľga Kroupová außerdem ihren Gedichtband „Pohrúženosť utrpenia“ („Versunkenheit des Leidens“) beim Verlag NO&MI.

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